Was bringt die Berufskammer den Steuerberatern und den Mandanten?

Einiges über Sinn und Aufgaben der Steuerberaterkammer

Man stelle sich einmal vor: Täglich holen Sie wie gewohnt viel für Ihre Mandanten "heraus" und "retten" so manchen Steuer-Euro vor dem "Zugriff" der Finanzbehörden, müssen aber vor der Vertretung gegenüber dem Fiskus zunächst die Zustimmung desselben einholen.

Ein absurder Gedanke? Weit gefehlt!
Noch bis 1961 geübte Realität in dieser Republik. Und bis heute unterliegt der Beruf des Steuerberaters im Ausland in der Regel der Aufsicht der Finanzverwaltung.

Der steuerberatende Berufsstand in Deutschland befindet sich dagegen in guter Position. Verfügt er doch mit seiner Kammer über eine funktionierende Selbstverwaltung, die ihm zwar gewisse Pflichten auferlegt, aber weit darüber hinaus ein umfassendes Dienstleistungsangebot eröffnet.

Leistungsbeschreibung

für Bürger

  • Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern und ihren Auftraggebern
  • Erstellung von Gutachten bei gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Steuerberatern
  • Prüfung von Gebührenrechnungen der Mitglieder auf Einhaltung der Gebührenvorschriften.

Ca. 6.500 telefonische Anfragen von Kollegen werden im Jahr beantwortet. Dazu kommen die schriftlichen Anfragen, die Kammermitteilungen und Sonderrundschreiben. 

Dienstleistungen

Aktiv für die Zukunft des steuerberatenden Berufes einzutreten

Neben der Beratung und Überwachung in Fragen der beruflichen Pflichten hat sich die Kammer die Wahrung der beruflichen Interessen ihrer mehr als 5.089 Mitglieder sowie die Steigerung des beruflichen Ansehens "auf die Fahnen geschrieben". Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als aktiv für die Zukunft des steuerberatenden Berufes einzutreten und reicht von der Einflussnahme im Gesetzgebungsverfahren bis hin zu Gestaltungsempfehlungen in Fortbildungsveranstaltungen.

Qualifizierter Mitarbeiternachwuchs

für Bürger

Die Kammer kümmert sich um das Heranwachsen qualifizierten Mitarbeiternachwuchses. Etwa durch Überwachung der Berufsausbildung sowie Besetzung von Prüfungsausschüssen. 2012 wurden 1.275 Auszubildende durch die Kammer begleitet.

Weitere Schwerpunkte

  • Begabtenförderung
  • Qualifizierung zum Steuerfachwirt/ zur Steuerfachwirtin

Was bietet die Kammer für ihre Mitglieder?

Vor allem Rat und Auskunft in puncto:

  • Finanzverwaltung - wenn es um Fristen oder Beschwerden geht

  • Rechtsänderungen - erste Informationen

  • Kanzleiorganisation - wenn es um die Gründung, Abläufe und Strukturen, um Personalfragen, Gebühren oder auch Haftungsprobleme geht

  • Mitarbeiter - Ausbildung, Fortbildung, Informationen zum Jugendarbeitsschutz- und Berufsbildungsgesetz, Ehrungen

  • Wettbewerb - Abgrenzung des Berufsstandes gegen unerlaubte Hilfeleistung in Steuersachen und Abwehr unrechtmäßigen Wettbewerbs

  • Kollegen - Unterstützung bei Kontakten zu spezialisierten auswärtigen Kollegen oder deutschsprachigen Kollegen im Ausland, Hilfe beim Einsatz von Praxistreuhändern
    und -abwicklern

Fortbildungen

Im Jahr 2015 führte die Kammer 29 Seminare und den Fachtag "Recht und Besteuerung der Familienunternehmen" mit zusammen ca. 2418 Teilnehmern durch.

Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses

zum Thema Rolle und Zukunft der Freien Berufe in der europäischen Zivilgesellschaft 2020

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss beschloss am 14. Februar 2013, gemäß Artikel 29 Absatz 2 seiner Geschäftsordnung eine Initiativstellungnahme zu folgendem Thema zu erarbeiten:

"Rolle und Zukunft der Freien Berufe in der europäischen
Zivilgesellschaft 2020 (Initiativstellungnahme)"


Die Stellungnahme wurde vom Ausschuss am 25./26.03.2014 verabschiedet.

Download

§ 76 Aufgaben der Steuerberaterkammer

(1) Die Steuerberaterkammer hat die Aufgabe, die beruflichen Belange der Gesamtheit der Mitglieder zu wahren und die Erfüllung der beruflichen Pflichten zu überwachen.  

(2) Der Steuerberaterkammer obliegt insbesondere,

     1. die Mitglieder der Kammer in Fragen der Berufspflichten (§ 57) zu beraten und zu
         belehren;

     2. auf Antrag bei Streitigkeiten unter den Mitgliedern der Kammer zu vermitteln;

     3. auf Antrag bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern der Kammer und ihren Auftraggebern
         zu vermitteln;

     4. die Erfüllung der den Mitgliedern obliegenden Pflichten (§ 57) zu überwachen und das
         Recht der Rüge (§ 81) zu handhaben;

     5. die Vorschlagslisten der ehrenamtlichen Beisitzer bei den Berufsgerichten den
         Landesjustizverwaltungen einzureichen (§ 99 Abs. 3);

     6. Fürsorgeeinrichtungen für Steuerberater und Steuerbevollmächtigte sowie deren
         Hinterbliebene zu schaffen;

     7. Gutachten zu erstatten, die ein Gericht, eine Landesfinanzbehörde oder eine andere
         Verwaltungsbehörde des Landes anfordert;

     8. die durch Gesetz zugewiesenen Aufgaben im Bereich der Berufsbildung wahrzunehmen;

     9. die berufsständischen Mitglieder der Prüfungsausschüsse für die steuerberatenden
         Berufe vorzuschlagen;

   10. die Wahrnehmung der den Steuerberaterkammern zugewiesenen Aufgaben des Zweiten
         und Sechsten Abschnitts des Zweiten Teils dieses Gesetzes.
 

(3) Die Steuerberaterkammer kann die in Absatz 2 Nr. 1 bis 3 bezeichneten Aufgaben einzelnen Mitgliedern des Vorstandes übertragen; weitere Aufgaben können Abteilungen im Sinne des § 77a übertragen werden. Im Fall des Absatzes 2 Nr. 4 zweite Alternative kann der Betroffene eine Entscheidung des Vorstandes verlangen.

(4) Im Einvernehmen mit der Steuerberaterkammer, die nach den Vorschriften dieses Gesetzes für die Wahrnehmung der ihr nach Absatz 2 Nr. 10 obliegenden Aufgaben örtlich zuständig ist, kann eine andere Steuerberaterkammer diese Aufgaben übernehmen. Diese Vereinbarung ist in die Satzungen der beteiligten Steuerberaterkammern aufzunehmen.  

(5) Die Steuerberaterkammer hat ferner die Aufgabe, das Berufsregister zu führen.  

(6) Die Steuerberaterkammer ist berechtigt, die Ausbildung des Berufsnachwuchses zu fördern.

Einheitlicher Ansprechpartner

Gem. dem Gesetz über die Zuständigkeit für die Aufgaben des Einheitlichen Ansprechpartners im Freistaat Bayern (BayEAG) übernehmen in Bayern die Kammern die Funktion des einheitlichen Ansprechpartners. Neben den Industrie- und Handelskammern wurden hierzu die Handwerkskammern, die Rechtsanwaltskammern, die Steuerberaterkammern, die Architektenkammer, die Ingenieure-kammer-Bau und die Landestierärztekammer benannt. Optional können die Landkreise und kreisfreien Gemeinden sich für diese Funktion entscheiden.

Entsprechend der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments unterstützt der einheitliche Ansprechpartner alle Dienstleistungserbringer, die innerhalb der EU Dienstleistungen in einem anderen Land anbieten wollen, bei allen Formalitäten und Verfahren. Dieses Angebot steht ausländischen Staatsangehörigen aus der Europäischen Union sowie aus Island, Liechtenstein und Norwegen zur Verfügung.

Die Kernaufgabe ist damit die Information des Dienstleistungserbringers und die Koordinierung, als Verfahrensmittler zwischen Dienstleister und zuständiger Behörde. Bestehende Zuständigkeiten und Kompetenzen der Behörden bleiben dabei unberührt. Der EA kann nur im Rahmen seiner sachlichen
und örtlichen Zuständigkeit tätig werden.

Eine Zusammenstellung der notwendigen Genehmigungen und Anmeldungen kann in der rechten Spalte über das zentrale Informationsportal des Freistaats Bayern abgerufen werden. Die Zuständigkeit des Einheitlichen Ansprechpartners richtet sich nach der jeweils innerstaatlich vertretenen Berufsgruppe. Die Steuerberaterkammer Nürnberg ist damit Ansprechpartner, wenn Sie in Nordbayern eine Niederlassung als Steuerberater planen.

Niederlassung:
Das Steuerberatungsgesetz sieht hierzu in § 37 a Abs. 2 bis 4a StBerG die Ablegung einer Eignungsprüfung vor.

Vorübergehende und gelegentliche Hilfeleistungen in Steuersachen:
Bezogen auf § 3a StBerG in Umsetzung der Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen des Europäischen Parlaments (R 2005/36/EG) sind ausländische Dienstleister (aus einem anderen Mitgliedsstaat der EU, EWR oder der Schweiz) gehalten, vor der ersten Erbringung vorübergehender und gelegentlicher Hilfeleistungen in Steuersachen, eine schriftliche Meldung bei der zuständigen Steuerberaterkammer abzugeben.

Die hierfür benötigten Informationen bzw. Formulare finden Sie in der rechten Spalte.

Link/Download

OK Verwendung von Cookies! Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwendet die Steuerberaterkammer Nürnberg Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.