Leistungen, Vergütung, Berufsrecht

Steuerberater sind Angehörige der Freien Berufe. Sie bieten vielfältige und qualifizierte Leistungen zu einem angemessenen Preis an. Auf diesen Seiten zeigen wir Ihnen, um welche Leistungen es sich im Einzelnen handelt und wie deren Vergütung berechnet wird.

Darüber hinaus erfahren Sie Einzelheiten zur Gewährleistung des Verbraucherschutzes durch die berufsrechtlichen Vorschriften.

Was kann ein Steuerberater für mich tun?

Steuerberater sind imstande vielfältige Leistungen für Sie zu erbringen

Das Berufsrecht schreibt lediglich vor, dass diese Tätigkeiten mit
dem Beruf des Steuerberaters vereinbar sein müssen.

Grundsätzlich ist jede Tätigkeit mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbar, die nicht gewerblich ist, nicht in einem unzulässigen Anstellungsverhältnis ausgeübt wird und dem Ansehen des Berufs nicht schadet
(§ 57 Abs. 2 und 4 StBerG, §§ 15, 16 BOStB). Das Steuerberatergesetz (§ 57 Abs. 3) und die Berufsordnung der Steuerberater (§ 15) enthalten eine Aufzählung der möglichen Tätigkeitsfelder des Steuerberaters, die jedoch nicht abschließend ist. Der Steuerberater hat individuell zu entscheiden, welche Leistungen er aufgrund seines Fachwissens erbringen kann.

Aufgrund der Vielfalt an möglichen vereinbaren Tätigkeiten spezialisieren sich Steuerberater in der Regel auf einzelne Fachgebiete. Für die Suche nach einem geeigneten Steuerberater halten die Steuerberater-kammern Spezialistenverzeichnisse bereit. Die Bundessteuerberater-kammer und die Steuerberaterkammern bieten zudem einen Steuerberatersuchservice auf ihrer Homepage an.

Hilfeleistung in Steuersachen

Steuerberater haben u.a. folgende Aufgaben:

  • Beratung und Vertretung ihrer Mandanten in Steuersachen
  • Bearbeitung von Steuerangelegenheiten und Hilfeleistung bei der Erfüllung der steuerlichen Pflichten der Mandanten
  • Unterstützung bei der Erfüllung der Buchführungspflichten des Mandanten
  • Aufstellung sowie steuerrechtliche Beurteilung von Bilanzen
  • Hilfeleistung in Steuerstrafsachen und in Bußgeldangelegenheiten

Die mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbaren Tätigkeiten werden im Folgenden
auszugsweise dargestellt.

Einzelne Leistungen

im Rahmen der Unternehmensberatung

Im Rahmen einer Unternehmensberatung kann der Steuerberater verschiedene Leistungen erbringen. Hierzu zählen z.B.:

  • betriebswirtschaftliche Auswertungen

  • Bilanzanalyse

  • Controlling

  • EDV- bzw. IT-Beratung, z.B.

    · Rationalisierungspotential
    · Berücksichtigung der neuen Technologien bei der Standortwahl, wie z.B. Prüfung
      der Standortunabhängigkeit
    · E-Commerce-Beratung

  • Existenzgründung, -aufbau, -festigung,

  • Fusionen

  • Finanzplanung, Liquiditätsplanung

  • Steuerliche Beratung bei Gesellschafts- und anderen Verträgen

  • Investitionsberatung, Investitionsrechnung

  • Beratung bei Investitionsentscheidungen und bei Finanzierungsfragen, Unterstützung bei Bankgesprächen und Finanzierungsverhandlungen

  • Kosten-, Rentabilitäts- und Liquiditätsanalyse

  • Managementberatung

  • Marketingberatung

  • Personalberatung

  • Organisationsberatung, z.B. hinsichtlich des Betriebs- und Verwaltungsablaufs 

  • Beratung bei der Rechtsformwahl und Standortplanung unter Berücksichtigung von steuerlichen Aspekten 

  • Steuerplanung 

  • Subventionen und Fördermittel 

  • Umweltschutzberatung 

  • Unternehmensbewertung 

  • Erarbeitung von wirtschaftlich tragfähigen Unternehmenskonzepten, z.B. Durchführung         

          · einer eingehenden Analyse des Unternehmens (z.B. Portfolio-Analyse, Schwachstellenanalyse) und
            anschließende Erarbeitung von geeigneten Maßnahmen      
          · von Umstrukturierungen   

  • Unternehmenskauf und -verkauf

Überblick

Leistungen des Steuerberaters im Insolvenzfall

Der Schuldner

  • betriebswirtschaftliche Beratung bzw. Unternehmensberatung im Vorfeld der Insolvenz
  • Prüfung des Vorliegens von Gründen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • Beratung bei der Entwicklung eines Sanierungskonzeptes, Sanierungsfähigkeitsprüfung, Erstellung eines Sanierungskonzeptes, Begleitung des Unternehmens als Sanierer
  • Vorbereitende Tätigkeiten zur Stellung des Eigenantrags und Erstellung des Insolvenzplanes
  • Sachverständiger zur Beurteilung des durch den Schuldner erstellten Insolvenzplanes
  • Übernahme der handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungspflichten bei Eigenverwaltung
  • Prüfung der Vor- und Nachteile eines außergerichtlichen Vergleichs und Erstellung des Unternehmenskonzeptes
  • Gutachten zur Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage sowie zu der künftig zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens

Das Insolvenzgericht

  • Gutachten zur Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des vom Insolvenzfall betroffenen Unternehmens, zu den Ursachen sowie zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Betriebs
  • Prüfung des Insolvenzplanes
  • Erstellung einer Vergleichsrechnung
  • Insolvenzverwaltung einschließlich Erstellung eines Insolvenzplane

Der Insolvenzverwalter

  • Bereitstellung der für die Erstellung des Insolvenzplanes relevanten Daten
  • Übernahme der handels- und steuerrechtlichen Rechnungslegungspflichten
  • Prüfung des Insolvenzplanes
  • Erstellung des Insolvenzplanes

Die Gläubiger

  • Insolvenzverwaltung
  • Treuhänder bzw. Sachwalter für den Fall der Eigenverwaltung sowie Erstellung des Insolvenzplanes
  • Gutachten zur Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des vom Insolvenzfall betroffenen Unternehmen, zu den Ursachen sowie zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Betriebs

 

Leistungen des Steuerberaters für die Gläubiger, das Insolvenzgerichtsowie den Insolvenzverwalter

Das Insolvenzgericht bestellt den vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Gläubiger können auf der ersten Gläubigerversammlung den vorläufigen Insolvenzverwalter im Amt bestätigen oder einen neuen Insolvenzverwalter wählen. Für die fachliche Eignung des Steuerberaters als Insolvenzverwalter spricht insbesondere seine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung sowie die bereits durch die Berufs-ordnung der Steuerberater vorgeschriebene Verpflichtung zur Unabhängigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Sachlichkeit und Verschwiegenheit. Wird der Steuerberater als Insolvenzverwalter tätig, richtet sich seine Vergütung nach den Vorschriften der Insolvenzverwaltervergütungsordnung (InsVV).

Der Steuerberater kann als Gutachter für Kreditinstitute, den Hauptgläubigern in Insolvenzverfahren, tätig werden, indem er eine Einschätzung über die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des betroffenen Unternehmens, über deren Ursachen sowie über die zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung abgibt. Wird der Steuerberater als Gutachter von privater Seite beauftragt, so gelten hinsichtlich der Vergütung die allgemeinen Vorschriften des BGB.

Um den betriebswirtschaftlichen Anforderungen der Insolvenzordnung hinsichtlich der Beurteilung der Lage und der Zukunftsaussichten des Unternehmens sowie hinsichtlich der Prüfung des Insolvenzplanes gerecht zu werden, können das Insolvenzgericht oder der Insolvenzverwalter einen Steuerberater als Sachverständigen einsetzen. Für diese gutachterliche Tätigkeit erhält der Steuerberater eine Vergütung nach dem Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen (ZSEG).

Der Steuerberater kann den gesamten Insolvenzplan oder Teile des Insolvenzplanes für den Insolvenzverwalter erstellen. Grundsätzlich gilt auch hier, dass die Vergütung nach Maßgabe der Üblichkeit, der Billigkeit oder nach freier Vereinbarung berechnet wird. In Abhängigkeit von der Aufgabenstellung können Wert- und Zeitgebühren für einzelne Tätigkeiten vereinbart werden.  

Leistungen des Steuerberaters für das Unternehmen in der Krise

Die frühzeitige Inanspruchnahme des Steuerberaters als Unternehmensberater sowie die rechtzeitige Einleitung geeigneter Maßnahmen helfen, eine Krise im Unternehmen von vornherein zu vermeiden.

Ist das Unternehmen bereits in eine schwere Krise geraten, kann der Steuerberater mit der Sanierungsfähigkeitsprüfung und der Erstellung eines Sanierungskonzeptes bzw. Insolvenzplanes beauftragt werden. Grundsätzlich gilt auch hier, dass die Vergütung nach Maßgabe der Üblichkeit, der Billigkeit oder nach freier Vereinbarung berechnet wird. Für einzelne Beratungsgebiete wie Liquidation, Sanierung oder Investition und Finanzierung ist der Ansatz von Wertgebühren besonders geeignet, da konkrete Vermögenswerte vorliegen, die durch die Beratung verändert und gestaltet werden. Bei der Liquidation können z.B. die zu liquidierenden Aktivwerte bzw. die Bilanzwerte als zu berücksichtigender Gegenstandswert angesetzt werden. In anderen Bereichen wie der Innovationsberatung, der Organisationsberatung oder der Einführung von Kostenrechnungssystemen ist der Zeitgebühr der Vorzug zu geben, da die Vermittlung von Expertenwissen im Mittelpunkt der Leistung steht.

Um die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu vermeiden, kann der Unternehmer den Steuerberater mit der Prüfung der Vor- und Nachteile eines außergerichtlichen Vergleichs sowie mit der Erstellung eines Unternehmenskonzeptes beauftragen. In der Sache entspricht das Unternehmenskonzept dem Insolvenzplan (siehe obiger Abschnitt).

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